Music Production: Workflow bei der Nachbearbeitung von Gesang

  1. Gesang aufnehmen
  2. Tonhöhen und Intonationen mit z.B. Melodyne oder VariAudio korrigieren
  3. Zischlaufte mit Deesser eleminieren (z.B. SPITFISH oder Fabfilter Pro-C 2)
  4. Einer oder mehrere Kompressoren über die INSERTs in Reihe schalten (Achtung: Gesang hat  die größte Dynamik daher können mehrere Kompressoren verwendet werden um unterschiedliches Ansprechverhalten sowie deren Klangfärbung zu kombinieren). Hier wird dafür gesorgt dass sich die Stimme im Mix durchsetzt.
  5. Mix mit dem Equalizer bearbeiten, damit er klarer heraussticht.
  6. Hall (Reverb) kann helfen einen Lead Sänger in den Vordergrund zu rücken. Bei Hall nimmt man die gleiche Klangcharakteristik wie für die üblichen Instrumente, damit es sich nicht anhört als ob diese in einem anderem Raum sind.
  7. Echos (Delays) können bei rythmischen Passagen besser geeignet sein als Hall, da sie den Gesang nicht nur difus streuen, sondern mit SYNC-Optionen im richtigen Tempo den Rythmus unterstützen.
  8. Anschließend wird der Gesang im Mix platziert. Hiermit ist der Platz im Stereo-Panorma gemeint (also wie weit der Sänger links oder rechts angeordnet ist). Ein Lead Sänger kommt für gewöhnlich immer durch die Mitte. Der Gesamtmix (Stereo Out) wird am Besten auf Mono umgeschaltet, dann stellt man die Lautstärke ein. Setzt sich der Gesang aufgrund der Gitarren/Synthesizer-Dichte nicht durch, kann man diese über Sidechain-Kompressoren um 2dB-3dB (in Cubase standard) über Ducking absenken wenn der Gesang einsetzt.
  9. Nun kann man die Refrain-Passagen fetter machen (falls nötig), indem man einen Kompressor und einen leichten Chorus oder ein Plug-In zur Stereo-Verbreiterung in die INSERTs/Returns schaltet. Einen brauchbaren Effekt kann auch das Kopieren des Gesangs auf zwei weitere Spuren mit einer Pitch-Anhebung und -Absenkung um jeweils 8 Cent bringt und die Lautstärke der Spuren langsam in den Mix dreht. Eine Alternative zum Pitchen kann man aber auch die beiden Spuren mit einer kurzen Verzögerung um etwas 20 ms versehen.
  10. Falls der Gesang zu clean ist, kann man mit harmonischer Verzerrung den Rotz reinbringen.

Über Björn Karpenstein

Diplom Informatiker, Programmierer, Musikbegeisterter
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