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Web DAW – Die browserbasierte DAW

Ein Song entsteht selten an einem einzigen Rechner. Der Groove kommt vom Drummer, die Bassline vom Bassisten, der Gesang aus einem dritten Wohnzimmer. Genau dafür habe ich Web DAW gebaut: eine Digital Audio Workstation, die komplett im Browser läuft. Niemand muss etwas installieren, kaufen oder einrichten, um an einem gemeinsamen Musikprojekt mitzuarbeiten.

Die Idee ist einfach: Ich lege ein Projekt an und gebe es weiter. Wer es bekommt, öffnet es im Browser, hört, was schon da ist, und nimmt seinen Teil dazu auf. Dann reicht er es an den Nächsten weiter. So wächst ein Song Spur für Spur, egal wo die Beteiligten sitzen und welchen Rechner sie haben.

Das Problem: Zusammenarbeit scheitert oft an der Software

Wer schon einmal mit anderen Musikern an einem Song gearbeitet hat, kennt die Hürden:

  • Unterschiedliche DAWs: Der eine arbeitet mit Cubase, die andere mit Logic, der Dritte mit Ableton. Projektdateien lassen sich untereinander nicht öffnen.
  • Installation und Lizenzen: Eine vollwertige DAW kostet Geld, braucht Speicherplatz und oft Administratorrechte. Auf dem Firmenlaptop oder im Proberaum-PC geht das nicht mal eben.
  • Plugins und Versionen: Fehlt beim Gegenüber ein Plugin oder die passende Version, klingt das Projekt plötzlich anders – oder lässt sich gar nicht laden.
  • Dateichaos: Am Ende werden einzelne WAV-Dateien per Mail verschickt, jemand muss sie von Hand an die richtige Stelle legen, und niemand weiß mehr, welche Version die aktuelle ist.

Das Ergebnis: Viele gute Ideen bleiben als Handy-Sprachmemo liegen, weil der technische Aufwand größer ist als die Lust aufs Musikmachen.

Die Idee: Ein Projekt, das von Hand zu Hand wandert

Web DAW braucht nur einen aktuellen Browser – am besten Chrome oder Edge – und eine Internetadresse: webdaw.de. Das Audio-Interface wird direkt im Browser erkannt, die Aufnahme läuft lokal auf dem eigenen Rechner. Nichts wird installiert, nichts muss freigeschaltet werden.

Das Herzstück für die Zusammenarbeit ist die Projektdatei. Ein Klick auf „Speichern“ packt alles in eine einzige ZIP-Datei:

  • alle Spuren mit Lautstärke, Panorama, EQ- und Effekt-Einstellungen,
  • jede Audioaufnahme verlustfrei als WAV-Datei,
  • jeden MIDI-Part als Standard-MIDI-Datei, dazu die Einstellungen der Instrumente,
  • Tempo, Locatoren und Ansicht.

Diese eine Datei schicke ich per Mail, Messenger oder Cloud-Ordner weiter. Wer sie öffnet, sieht und hört das Projekt genau so, wie ich es gespeichert habe – und kann sofort seine eigene Spur dazulegen. Weil die Klangerzeuger und Effekte Teil von Web DAW sind, gibt es keine fehlenden Plugins und keine Versionskonflikte.

So läuft die Zusammenarbeit in der Praxis

Zusammenarbeit mit Web DAW: vier Stationen, eine ZIP-Datei

Zwischen den Stationen wandert nur die Projektdatei, und jede Station braucht nichts außer dem Browser. Wer später noch eine Gitarre oder ein Synth-Pad ergänzen möchte, steigt einfach in die nächste Runde ein. Die MIDI-Parts lassen sich bei Bedarf auch in Cubase oder einer anderen DAW weiterverwenden.

Was Web DAW heute schon kann

Web DAW orientiert sich bewusst an der Arbeitsweise von Cubase, damit sich erfahrene Musiker sofort zurechtfinden.

BereichFunktionen
AufnahmeMono- und Stereospuren über das Audio-Interface, Overdub während die anderen Spuren laufen, automatischer Latenzausgleich, Metronom
ArrangementTimeline mit Takten, Locatoren und Cycle, Clips und Parts verschieben, kopieren, duplizieren, Mehrfachauswahl per Rahmen
Audio-BearbeitungClips nicht-destruktiv kürzen, Schnitte auf Nulldurchgängen, Fade-in und Fade-out
InstrumenteWebSynth mit 8 Oszillatoren, DrumSynth mit Kick, Snare, Clap, HiHat und Becken
MIDIKey-Editor mit Raster, Quantisierung und Anschlagstärke, Drum-Noten als Rauten
MixerKanäle mit Fader, Panorama, Mute/Solo, 4-Band-EQ, Inserts (Reverb, Delay, Compressor, Distortion)
ProjekteSpeichern und Laden als ZIP mit WAV- und MIDI-Dateien, Mixdown als WAV

Ehrlich gesagt: Was noch nicht geht

Web DAW ist ein junges Projekt, und ich möchte keine falschen Erwartungen wecken:

  • Kein gleichzeitiges Arbeiten: Zusammengearbeitet wird nacheinander, indem die Projektdatei geteilt (Button „Teilen“) oder weitergegeben wird. Zwei Leute können nicht live im selben Projekt sitzen.
  • Kein automatisches Speichern: Das Projekt liegt nur im Browser-Tab. Wer nicht speichert, verliert beim Schließen seine Arbeit.
  • Kein Cycle-Recording: Beim Aufnehmen läuft die Aufnahme linear durch, mehrere Takes pro Durchlauf gibt es noch nicht.
  • Keine fremden Plugins: Effekte und Instrumente sind fest eingebaut. Dafür klingt jedes Projekt bei allen gleich.
  • Browser: Am zuverlässigsten läuft Web DAW in Chrome und Edge, und nur über eine sichere Verbindung (https).
  • Betriebssystem: Ich habe mehrere Rechner und die Latenz scheint auf einem Apple-Gerät am geringsten zu sein.

Gerade das gleichzeitige Arbeiten steht ganz oben auf meiner Liste: Ein gemeinsamer Projektraum, in dem neue Spuren der anderen automatisch auftauchen, wäre der nächste große Schritt. Dazu kommen MIDI-Keyboards zum Einspielen und eine Wiederherstellung nach einem Absturz.

Ausprobieren und mitmachen

Web DAW läuft unter webdaw.de – einfach öffnen, „Audio starten“ klicken und loslegen. Am besten schnappst du dir gleich einen Bandkollegen: Leg einen Groove an, speichere das Projekt und schick es weiter. Dann sieh zu, wie dein Song mit jeder Runde wächst.

Mich interessiert, wie ihr Web DAW nutzt und was euch beim gemeinsamen Musikmachen fehlt. Schreibt es mir in die Kommentare – die nächsten Funktionen entstehen genau aus diesem Feedback.