{"id":2515,"date":"2017-12-14T11:55:05","date_gmt":"2017-12-14T10:55:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.capri-soft.de\/blog\/?p=2515"},"modified":"2018-01-02T10:22:18","modified_gmt":"2018-01-02T09:22:18","slug":"moderne-zwangsneurosen-uebertriebene-vernunft-bei-cybersecurity-und-datenschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.capri-soft.de\/blog\/?p=2515","title":{"rendered":"Moderne Zwangsneurosen: \u00dcbertriebene &#8222;Vernunft&#8220; bei Cybersecurity und Datenschutz"},"content":{"rendered":"<p>Im nachfolgenden Artikel m\u00f6chte ich \u00fcber eine moderne Volkskrankheit der &#8222;Millenials&#8220;\u00a0 und &#8222;<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Digital_Native\">Digital Natives<\/a>&#8220; berichten, welche alle mittlerweile das Erwachsenenalter erreicht haben. Nat\u00fcrlich sind Neugeborene auch &#8222;Digital Natives&#8220;, da dieser Begriff aber aus den Zeiten einer bestimmten Generation stammt, m\u00f6chte ich hier die Zugeh\u00f6rigen dieser Generation betiteln.<\/p>\n<p>&lt;polemie&gt;<\/p>\n<p><em>Kennt ihr pedantische Datenschutzprediger, die in penetranter Art und Weise ihr Umfeld zur Vernunft erziehen wollen? Kennt ihr \u00fcber\u00e4ngstliche Sicherheitsdogmatiker, die st\u00e4ndig \u00fcber &#8222;die Gefahren des Internets&#8220; informieren m\u00fcssen?<\/em><\/p>\n<p><em>W\u00e4hrend der klassische Holzf\u00e4llerhemdhippster mit seinem Vollbart den Platz im Bundestag l\u00e4ngst r\u00e4umen musste, sprie\u00dfen diese wie ihre Barthaare auch ohne Piratenpartei pl\u00f6tzlich aus allen Gesellschaftsschichten aus dem Boden. Sind das alles Datenschutz- und Cybersecurity-Experten, die uns endlich zur Vernunft bringen wollen?<\/em><\/p>\n<p>&lt;\/polemie&gt;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\n<p>Jeder Mensch hat eine eigene Definition \u00fcber Vernunft und Unvernunft. Die Vernunft verbietet einem Dinge zu tun die unvern\u00fcnftig sind. Sie ist eine Einschr\u00e4nkung im Leben. Die Vernunft zu einem Sachverhalt kann f\u00fcr eine bestimmte Person sinnvoll und f\u00fcr eine andere Person nicht sinnvoll sein.<\/p>\n<p>&lt;polemie&gt;<\/p>\n<p><em>Somit kann es f\u00fcr ein Modell oder den typischen Social-Narzisten sinnvoll sein, <a href=\"https:\/\/www.urbandictionary.com\/define.php?term=Thirst%20Trap\">Thirst Traps<\/a> zu Selbstmarketingzwecken auf Instagram zu posten, was sich f\u00fcr den dickb\u00e4uchigen Barttr\u00e4ger eher als unvorteilhaft herausstellt.\u00a0Diese Verhaltensweise w\u00e4re dann aber eher ein Problem der verzerrten Selbstwahrnehmung des Barttr\u00e4gers. Da der hippe Taliban-Barttr\u00e4ger\u00a0 aber hip ist, geht er nat\u00fcrlich heute ins Fitnessstudio und teilt seine Aktivit\u00e4ten anschlie\u00dfend auf Instagram oder Facebook &#8230;<\/em><\/p>\n<p>&lt;\/polemie&gt;<\/p>\n<p>Die Vernunft ist nach Definition des Duden &#8222;geistiges Verm\u00f6gen des Menschen, Einsichten zu gewinnen, Zusammenh\u00e4nge zu erkennen, etwas zu \u00fcberschauen, sich ein Urteil zu bilden und sich in seinem Handeln danach zu richten&#8220;.<\/p>\n<p>Somit kann das Individuum nur vern\u00fcnftig sein, wenn es durch sein eigenes geistiges Verm\u00f6gen die Einsicht erlangt, nach der es sein Handeln ausrichtet.<\/p>\n<p>&lt;polemie&gt;<\/p>\n<p><em>Manchmal kommen vern\u00fcnftig klingende Diktate von Au\u00dfen &#8211; evtl. von einem Hype-Thema wie dem Datenschutz. Es werden Benimm-Dich-Regeln f\u00fcr den Umgang mit den eigenen personenbezogenen Daten von au\u00dfen diktiert. Man fragt sich dann, ob sich der Datenschutz-Prediger wichtig machen m\u00f6chte oder als besonders aufgekl\u00e4rt und gebildet wirken m\u00f6chte&#8230;<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;In der \u00dcberflussgesellschaft wurde dann weniger Essen zur Disziplin&#8220; war mal der Text einer alten Fernsehwerbung (ich glaube von irgendeinem Di\u00e4tprodukt). In den Zeiten, in denen mobile Internetger\u00e4te zum Alltag geworden sind und der Computernutzer nicht mehr als Fingertastenakrobat und Couchpotatoe verteufelt wird, ist der \u00dcberfluss der Gesellschaft eher die Informationsflut von einfach zu teilenden Daten aus diversen &#8222;Social Apps&#8220;.\u00a0\u00a0Somit liegt es doch nahe solche Technologien zu verteufeln und den restriktiven Umgang mit den eigenen Daten zu predigen, da diese andere Nutzer eher nerven als ihnen zu dienen.<\/em><\/p>\n<p>&lt;\/polemie&gt;<\/p>\n<p>Vernunft ist ein anderes Wort f\u00fcr Angst. Angst war noch nie ein guter Ratgeber f\u00fcr das eigene Gl\u00fcck. Vernunft schr\u00e4nkt das pers\u00f6nliche Leben ein.<\/p>\n<p>Solange man also kein krankhaftes Nutzungsverhalten beim Teilen von pers\u00f6nlichen Inhalten an sich selber erkennt, ist die Frage ob man den zahlreichen, \u00fcbertriebenen Ratschl\u00e4gen \u00fcberhaupt Aufmerksamkeit schenkt.<\/p>\n<p>Nun ist es aber so, dass der \u00fcbertriebene Wunsch\/die \u00fcbertriebene Angst beim Datenschutz oftmals von psychisch erkrankten Personen mit Zwangsneurosen stammen.<\/p>\n<p>Das folgende Zitat stammt von einer Informationsseite \u00fcber die Behandlung von Zwangsst\u00f6rungen. Es kann daher helfen, das \u00fcbertriebene Datenschutzverlangen der Vernunftprediger einzuordnen:<\/p>\n<p>&#8222;<b>Datenschutz<\/b>: wie andere \u00f6ffentlich diskutierte \u00c4ngste wird auch die Angst vor Missbrauch mit den pers\u00f6nlichen Daten nicht selten zu einem Thema der Zwangsgedanken mit entsprechenden darauf folgenden Zwangshandlungen. So berichtet ein Patient, er m\u00fcsse einen gro\u00dfen Aufwand betreiben, damit sein privater Briefwechsel nicht in fremde H\u00e4nde gelange, man k\u00f6nne nie wissen, ob es nicht Menschen geben k\u00f6nnte, die irgendein Wissen \u00fcber ihn ausn\u00fctzen w\u00fcrden. So brauche er beispielsweise viel Zeit um seine private Post so zu vernichten, dass nichts darauf mehr lesbar sei und es auch nicht mehr zusammensetzbar sei. Er wisse zwar dass die unsinnig sei, dass er gar nicht so wichtig sei, dass sich jemand so f\u00fcr ihn interessieren w\u00fcrde, dass dieser den Aufwand betreiben w\u00fcrde zerrissene Papierst\u00fccke aus seiner M\u00fclltonne wieder zusammen zu setzen, dennoch werde er die Beunruhigung nicht los, wenn er nicht stundenlang damit besch\u00e4ftigt sei, alles so klein gerissen zu haben,\u00a0 dass nicht mehr als ein Buchstabe auf einem Papierfetzen sei, den er wegwerfe. Alleine die Beseitigung der Werbung koste Stunden.&#8220;<\/p>\n<p>(Quelle:\u00a0http:\/\/www.neuro24.de\/zwangsneurosen.htm)<\/p>\n<p>Die Person hat die eigene Verr\u00fccktheit erkannt, bleibt aber im Glauben Sie habe vern\u00fcnftig gehandelt wenn sie ihre Post vernichtet. Viele der Zwangsneurotiker sind aber Opfer einer eingeschr\u00e4nkten Sichtweise und kognitiver Gebundenheit, da sie sich immer nur auf Teilaspekte des Gesamten bezieht.<br \/>\n<strong>@Kognitive Gebundenheit:<\/strong> Der Postvernichter geht z.B. davon aus, dass seine Post erst nach Zustellung gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnte und bei der Post alle sehr ehrlich sind und keiner seine Briefe bereits dort lesen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Ich kenne auch eine Person mit einer gleichen St\u00f6rung die zu einer gegenteiligen Handlung f\u00fchrt. Diese Person m\u00f6chte keine eMails mehr verschicken und begr\u00fcndet dies darin, dass eMails gehackt werden k\u00f6nnen, weil sie \u00fcber das Internet verschickt werden. Aus diesem Grund verschickt sie lieber Briefe per Post, da diese nicht gehackt werden k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>@Kognitive Gebundenheit:\u00a0<\/strong>Im Gegensatz zu der vorigen Person geht diese davon aus, es w\u00fcrde keiner seinen M\u00fcll durchw\u00fchlen um Informationen \u00fcber ihn zu sammeln &#8211; ferner noch bei der Post arbeiten und seine Briefe lesen.<\/p>\n<p>Eine weitere Person h\u00e4lt es f\u00fcr vern\u00fcnftig, kein Online-Banking zu nutzen, da sein Computer oder die Bankserver\u00a0 &#8222;gehackt&#8220; werden k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>@Kognitive Gebundenheit:\u00a0<\/strong>Die Person h\u00e4lt es f\u00fcr sicher, ihre Kontodaten und die Unterschrift mit Namen und Bankverbindung auf Papier zu schreiben. Sie glaubt nicht daran \u00fcberfallen zu werden oder den Zettel zu verlieren, welcher dann mit seiner Unterschrift missbraucht werden k\u00f6nnte. Sie hat keine Angst davor, dass das Durchdr\u00fccken des Kugelschreibers auf einen anderen Block, welcher letztlich auch im M\u00fcll landet, zu der Rekonstruktion ihrer Banktransfers f\u00fchren k\u00f6nnte falls jemand den M\u00fcll durchw\u00fchlt.<\/p>\n<p>Der N\u00e4chste h\u00e4lt den Einsatz von IP-Kameras an Hausw\u00e4nden f\u00fcr eine Einladung an s\u00e4mtliche Einbrecher. Diese k\u00f6nnen nun herauszufinden, ob jemand zu Hause ist, weil man sie hacken kann.<br \/>\n<strong>@Kognitive Gebundenheit:\u00a0<\/strong>Die Person glaubt daran, dass die selbst installierten Kameras ein Sicherheitsrisiko sind anstelle Einbrecher abzuschrecken oder gar zu identifizieren.<\/p>\n<p>Manche Leute denken, dass ihre Smarthome-Ger\u00e4te (Magenta Home, Somfy usw&#8230;)\u00a0 gehackt werden k\u00f6nnen und der zweiw\u00f6chige Urlaub darin endet, dass alle Heizk\u00f6rper auf Vollgas liefen und astronomische Heizkosten entstanden sein k\u00f6nnten. Vermutlich lief der Rasensprenkler den ganzen Sommer und das Garagentor ging auf, so dass jemand sein Auto stehlen konnte. Au\u00dferdem wurde die Haust\u00fcr ohne mechanische Einwirkung ge\u00f6ffnet, weil man diese jetzt leicht hacken kann.<br \/>\n<strong>@Kognitive Gebundenheit:<\/strong> Fr\u00fcher musste der Einbrecher wenigstens noch die T\u00fcr eintreten, \u00fcber die Dachrinne reinklettern, ein Fenster aushebeln, \u00fcber die Feuerleiter oder das Nachbarhaus in die Dachluke klettern&#8230; Die Autot\u00fcr musste er mit einem Kleiderb\u00fcgel \u00f6ffnen (oder den Funkverkehr des Schl\u00fcssels abh\u00f6ren) und das Auto noch kurzschlie\u00dfen &#8211; heute kann man das alles ganz leicht hacken.<\/p>\n<p>Ein anderer sieht von der Nutzung des Internets ab da alles gehackt werden kann &#8211; sowohl sein Facebook-, Apple-, Hotmail-, Google-,\u00a0 GMX- und Yahoomail-Account usw&#8230;.<\/p>\n<p>Der Arbeitskollege glaubt, das Apple seinen Fingerabdruck bei Ermittlungen an die NSA \u00fcbermittelt (er plant also einen Einbruch???)&#8230;.<\/p>\n<p>Eine weitere Person h\u00e4lt das Speichern seiner Dateien in Cloud-Diensten wie Microsoft Onedrive,\u00a0 Dropbox, Google Drive f\u00fcr unsicher, da sie meint das jemand seine ganzen Bilder und Daten durchschauen k\u00f6nnte und dann ein genaues Bild rekonstruiert zu welchem Zeitpunkt er an welcher Stelle gewesen ist.<\/p>\n<p>Stellen wir uns also mal im Ernst die Frage:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><em>&#8222;Was ist einfacher &#8211; eine 128-Bit-Verschl\u00fcsselung zu knacken oder eine T\u00fcr einzutreten?&#8220;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Werfen wir nun einen Ausblick in die Zukunft: Hier gibt es autonome Autos, Roboter, Internet of things usw&#8230; wird das ohne Internet funktionieren?<\/p>\n<p>Nachdem wir uns alle \u00c4ngste ansehen kann es eigentlich nur vern\u00fcnftig sein, gar kein Internet oder eine Vernetzung zu nutzen. Wir werden uns dieser aber kaum entziehen k\u00f6nnen. Aus diesem Grund ist es wichtig f\u00fcr solche Personen eine Zwangsneurose fr\u00fchzeitig zu erkennne und sich bei Therapeuten Hilfe zu holen.<\/p>\n<p>Ich hoffe ich konnte mit diesem Text den Leser f\u00fcr den Umgang mit solchen Personen etwas sensibilisieren.<\/p>\n<p>Ciao, Bj\u00f6rn<\/p>\n<iframe src=\"http:\/\/www.facebook.com\/plugins\/like.php?href=https%3A%2F%2Fwww.capri-soft.de%2Fblog%2F%3Fp%3D2515&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light\" scrolling=\"no\" frameborder=\"0\" allowTransparency=\"true\" style=\"border:none; overflow:hidden; width:450px;margin-top:5px;\"><\/iframe>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im nachfolgenden Artikel m\u00f6chte ich \u00fcber eine moderne Volkskrankheit der &#8222;Millenials&#8220;\u00a0 und &#8222;Digital Natives&#8220; berichten, welche alle mittlerweile das Erwachsenenalter erreicht haben. 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