LUTEC Peri Cam Außenlampe mit Bewegungsmelder, Kamera, Gegensprechanlage, Alarmanlage und Videorekorder (SD-Karte) – der Fast-Alles-Könner

Problem

Die alte Außenlampe ist defekt, veraltet oder man möchte Sie gegen einen Strahler/eine Rundlampe ersetzen…
Zugleich stößt es immer wieder auf, dass bei der Sanierung des Eingangsbereiches nicht an eine Gegensprechanlage oder eine Überwachungskamera/Türkamera gedacht wurde. Man hat also nur ein Phase/einen Strom-führenden Leiter (L) und einen Nulleiter (N) – bestenfalls noch eine Erdungsader von der alten Außenlampe dort liegen.

  • Konkrete Fragestellungen
    • Wer steht gerade vor der Tür?
      • Wer hat gearde geklingelt?
        • Familie, Nachbarn, Freunde, Vewandte …
        • Postbote?
        • Zeugen Jehovas?
        • Angebliche illegale Einwanderer ohne Essen?
        • Drücker/Spendensammler?
    • Wer stand heute schon vor der Tür?
      • War der Postbote schon da?
      • Wann habe ich das Haus verlassen?
      • Wann bin ich wieder zurückgekommen?
      • Einbrecher / Wer hat meine Haustür aufgebrochen?
    • Wie kann ich in Kontakt mit Leuten vor meiner Haustür treten ohne daheim zu sein?
    • Kann ich über Aktivitäten vor meiner Haustür informiert werden ohne mit einem Alarm o.ä. die ganze Nachbarschaft in Kenntnis zu setzen?
    • Kann ich bei Bedarf (z.B. wenn ich im Urlaub bin) ein Alarmsignal ertönen lassen,  was Einbrecher abschreckt und die Aufmerksamkeit der Nachbarschaft erregt?
    • Es wurden nie irgendwelche Leitungen für eine Sprechanlage oder kamera gelegt – wie installiere ich eine solche Lampe ohne die Außenwand aufzureissen?
    • Kann ich das Außenlicht per Handy anstellen ohne dabei aufstehen zu müssen / ohne das unbedingt Bewegung vorhanden war? (Permanentlicht)
    • Kann ich die Lampe dimmen?
    • Geht der Zugriff auf die Kamera/die Lampe über einen normalen Router ohne komplizierte Einstellungen (Portforwarding, Dynamic DNS)
    • Kann ich das Kamerabild und die Lampensteuerung auf mehreren Smart-Geräten (Tablet/Smartphone) verwenden?
    • Kann ich eine Benachrichtigung auf mein Handy bekommen, wenn es Bewegungsaktivitäten vor meiner Haustür gibt?
    • Kann ich zusätzlich zum Bewegungsmelder auch das Kamerabild hinzuziehen um die Empfindlichkeit der Lampe in Bezug auf Lichtreaktion, Video-Aufnahme und Alarm zu erhöhen?

Ansatz

Ich habe einige Zeit lang nach Außenlampen gesucht, die eine Sprechanlage, Bewegungsmelder und Kamera integriert haben und dies zugleich über WLAN anbieten, damit ich keine zusätzlichen Löcher und Aufrisse für Kabel im Eingangsbereich vornehmen muss, die man ohnehin sehen würde.

Auf der Suche danach stolperte ich über einige japanische Hersteller, die für eine japanische Stromversorgung / das japanische Stromnetz Lösungen parat hielten.

Lösung

Allgemein

Die neuen Außenlampen der Firma LUTEC, welche es in verschiedenen Design-Ausführungen gibt,  erfüllen als „Smart Home“ Geräte alle genannten Fragestellungen mit einem „ja“.

Im Folgendem hab ich das Modell „Peri Cam“ getestet.

Verschiedene Modelle

Die wesentlichen Unterschiede der LUTEC Security Light Modelle besteht im Wesentlichen aus den äußeren Gehäusemerkmalen:

  • Strahler oder Rundlampe
  • Eine oder mehrere Lichtquellen/Strahler
  • Schwenkbarkeit/Justierbarkeit der Kamera und des Lichtes/der Lichter
    • Kamera- oder Strahlerwinkel horizontal verstellbar? Falls ja: Um wieviel Grad?
    • Kamera- oder Strahlerwinkel vertikal verstellbar? Falls ja: Um wieviel Grad?
  • Kamera/Licht lässt sich bei all den aktuellen Modellen nicht per App, sondern lediglich manuell per Hand drehen. D.h. es existiert kein Servo/kein Motor für die Justierung in der App.
  • Lässt sich das Modell nur an der Wand oder auch an der Decke positionieren?

Reichelt und Obi führen z.Zt. die folgenden LUTEC Modelle:

  • LUTEC Peri Cam
  • LUTEC Vesta Cam
  • LUTEC Libra Cam
  • LUTEC Esa Cam

Diejenigen Modelle, die eher nach Neben-die-Haustür-Lampen aussehen, haben leider das Problem, dass sich die Kamera nicht in Richtung Tür drehen lässt. Das ist unhandlich wenn man Personen sehen möchte, die gerade vor der Haustür stehen.

Bei meinem Modell, der Peri Cam, hat man einen Strahler, der sich so ca um 90 Grad horizontal und 30 Grad vertikal verstellen lässt. Sie sieht nicht unbedingt wie der wohnliche Haustürlampentyp aus, dafür lässt sich die Kamera direkt um 90 Grad nach rechts auf die Haustür richten und nach unten neigen. Dies brauchte ich, da meine alte Lampe etwas über Kopfhöhe links neben der Haustür angebracht war. Die genauen Neigungs-Grad-Zahlen kann man je Modell aber aus den Datenblättern in den Online-Shops (z.B. bei Obi oder Reichelt) entnehmen. Alle bisherigen Modelle lassen sich allerdings nicht per App verstellen (weder Kamera noch Strahler haben einen ansteuerbaren Motor).

Eine 8 GB große, austauschbare SD-Karte, welche auch durch größere Speicherkapazitäten ersetzt werden kann, lässt sich im Gehäuse positionieren. Die Aufzeichnungen auf der Karte kann per App abgefragt werden.

Die Handy-/Smartphone-App

Die App lässt sich über den Apple Appstore oder den Google Playstore (Android) downloaden und verfügt für alle momentanen Modelle.

Wenn die Lampe das erste Mal eingeschaltet wurde, muss man ihr den WLAN-Passwort und den WLAN Name (SSID) mitteilen. Diese wird dann irgendwie an die Lampe gesendet (vermutlich Bluetooth oder NFC…), anschließend sagt eine weibliche Stimme an der Lampe „Router connected“. Ich vermute es handelt sich hierbei um eine Chinesin, die dafür hauptamtlich eingestellt wurde 😉 … Der Hersteller selber sitzt in China, die Server, welche die Verbindung aus dem Heimnetz heraus für die iPhone- oder Android-App vorhalten, sind laut einem Telefonat mit einem deutschem Händler in Großbritannien.

„Verbindung vorhalten“ bedeutet, das die Lampe, sobald sie im Netzwerk ist, einen Server in Großbritannien kontaktiert und sich mit diesem verbindet. Sie bleibt über die gesamte Zeit mit diesem Server verbunden. Der Vorteil des Vorhaltens der Verbindung ist (ähnlich wie z.B. bei Teamviewer), das weder ein Portforwarding im Router, noch eine feste IP mit Empfängerport im Heimnetzwerk konfiguriert werden muss – also man braucht sozusagen keine Ahnung von Netzwerken zu haben. Ein im Router zumeist vorkonfigurierter DHCP Server reicht aus, um der chinesischen Regierung ein permanetes Bild der Haustür zu übertragen… 😉 …. Man sollte daher kein Datenschutz-versessener Zeitgenosse sein, der die Piratenpartei wählt…

Nun kann man das Handy natürlich überall hin mitnehmen und immer wieder das Live-Haustürbild oder die SD-Kartenvideos abfragen. Man kann darüber hinaus von überall die Parameter der Lampe ändern.

Geht mit einem Trick: Die App auf Android Tablets

Während ich die App auf meinem Samsung Galaxy Tab 3 installierte, wurde mir mitgeteilt, dass diese nur für Handys und Telefone gestaltet wäre. Als die App auf dem Tablet dann doch ohne installiert war, ließ sich die Lampe zwar nicht zusätzlich einrichten, ich konnte sie aber von meinem Handy aus „Teilen“, woraufhin mir die Lampe einen Schlüssel und einen QR-Code zum scannen generierte. Als ich den Schlüssel auf dem Tablet manuelle eingetrage hatte, konnte ich auch auf die Lampe zugreifen und das Videobild in groß anschauen. Allerdings gibt es eine Fehlinitalisierung, wenn man das Tablet quer (also Landscape) hält – das Videobild ist dann sehr klein und breit gezogen und die Slider unten, mit denen man Alarm und Betriebsmodus einstellen kann, riesig.

Beurteilung

Positive Punkte

  • Sehr günstiger Preis (Die Peri Cam kostet z.Zt. 180 EUR bei Reichelt)
  • Eines der ersten Smart-Home-Leuchten mit all diesen Funktionen
  • Gutes Kamera-Bild
  • Deutscher Support
  • Der Supporter hat mich sofort bei Fragen per eMail zurückgerufen
  • Laut Support wird die App ständig weiterentwickelt
  • Der Server steht in Großbritannien – nicht in China

Negative Punkte

  • Es existiert kein richtiges Handbuch
  • Es gibt keine Information darüber, mit welchen Servern die Kamera spricht / Geschweige denn wie sie z.B. das initiale WLAN-Kennwort per Handy empfängt
  • Die YouTube-Erklärvideos sind englisch und gehen nicht auf alle Parameter der App ein, so muss man oft Probieren und Raten wofür ein Parameter eigentlich genutzt wird.
  • Es ist keine PC Anwendung geplant – nur iPhone und Android Geräte werden unterstützt

 

Über Björn Karpenstein

Diplom Informatiker, Programmierer, Musikbegeisterter

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